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Schweizer Banken tief in der Sinnkrise

Identifikation mit dem Arbeitgeber? Eine Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit? - Fehlanzeige.

17.10.2016

Zürich, 17. Oktober 2016 – Schweizweit identifizieren sich rund zwei Drittel der Angestellten mit ihrer Arbeit. Dieser Wert sei seit Jahren am Sinken, hält die diese Woche veröffentlichte Studie «Schweiz führt?!» zu diesem mittelmässigen Resultat fest.
Bei den Banken diagnostiziert die Studie gar ein «Grounding»: Nur 49 Prozent aller Bankangestellten identifizieren sich mit ihrer Tätigkeit. Der Wert überdeckt einen Graben.

Banken am Ende der Rangliste
Denn bei den Kadermitarbeitern liegt die Kennziffer gar bei 54 Prozent, bei den Angestellten ist sie mit 39 Prozent deutlich tiefer. Die Studie ist auf Basis einer Umfrage bei 2'414 Personen erstellt worden, davon waren 788 Führungs- und 273 HR-Verantwortliche.
Die Banken liegen damit am Ende der untersuchten Branchen. Die höchsten Zustimmungswert geniesst die Medienbranche mit 71 Prozent.

Den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen? Nein
Geradezu alarmierend ist der Identifikationsgrad der Bankkader: Nur 18 Prozent denken heute, dass sie mit ihrer Arbeit einen Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit leisten. Bei den einfachen Angestellten sieht es mit 23 Prozent wenig besser aus.
Die Hälfte aller Führungskräfte würde ihre Bank als Arbeitgeber nicht weiterempfehlen. Bei den Angestellten liegt der Anteil der Nicht-Weiterempfehler gar bei 69 Prozent.

Kaum Vorbilder und Rollenmodelle
Das Geschäftsmodell Bank steckt in einer Sinnkrise, halten die Studienverfasser fest. Und letztlich korreliere diese Sinnkrise mit einer Führungskrise. «Wirksame Führung scheint an allen Ecken und Enden zu fehlen – nicht zuletzt in Form von Vorbildern oder Rollenmodellen.» Claudia Conrads, welche die Studie geleitet hat und Beraterin bei Information Factory ist, sieht einen Grund für die schlechten Werte in der digitalen Orientierungslosigkeit, in der die Finanzinstitute steckten.

Dafür eine ausgewogene Work-Life-Balance
«Schwer vorstellbar, dass die Finanzindustrie die vor ihr liegenden Transformationsaufgaben stemmen wird, ohne eine starke Mannschaft, die sich 200 Prozent für die Zukunft der Bank einsetzt», so Conrad.
Die Kehrseite dieser Sinnkrise ist: Bankenmanager sind überdurchschnittlich stark an einer ausgewogenen Work-Life-Balance interessiert. 57 Prozent gaben an, die Work-Life-Balance sei bei der Wahl des Arbeitgebers besonders wichtig.
Damit liegen die Bankenmanager weit über dem Schweizer Durchschnitt, der sich auf 45 Prozent beläuft. Und sie liegen auch deutlich über dem Durchschnitt der «normalen» Angestellten, der bei 44 Prozent liegt.

Die Pressemeldung der finews.ch gibt es hier zum Download.


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