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Schweizer Führungskräfte: Bitte weniger Harmonie und mehr Fachkompetenz

13.10.2014

Schweizer Führungskräfte haben insbesondere in Sachen Kommunikation und Fachkompetenz akuten Aufholbedarf. Dies zeigt die aktuelle Studie „Schweiz führt?!“, die dem Führungsverhalten in Schweizer Unternehmen auf den Grund geht.

Im Rahmen der Studie „Schweiz führt?!“, die Information Factory mit seinen Partnern jobs.ch und der Fachzeitschrift Persorama durchführte, offenbaren sich zwar deutliche Unterschiede zwischen den Befragten. Z. B. schätzen Führungskräfte ihr eigenes Verhalten im Vergleich dazu, wie Mitarbeiter sie wahrnehmen, deutlich optimistischer ein. Aber die Studie zeigt auch, dass sich die Umfrageteilnehmer in wesentlichen Punkten durchaus einig sind: Bei der Frage, warum Führung scheitert, stimmen Mitarbeitende und Führungskräfte überein: Führungskräfte kommunizieren nicht offen und ehrlich mit den Mitarbeitenden. Der Meinung sind 58 % der Mitarbeitenden und 68 % der Führungskräfte. Offene Kommunikation ist ein kritischer Erfolgsfaktor.

„Unseren Führungskräften fällt es zunehmend schwer, Schwierigkeiten offen anzusprechen, unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen und Erwartungen an Mitarbeitende klar zu formulieren. Oberstes Kommunikationsziel ist aber nicht Harmonie, das wird von den Mitarbeitenden auch gar nicht geschätzt. Die Studienergebnisse untermauern das. Bei der Frage, welchen Werten eine gute Führungskraft folgt, landet der Wert „Harmonie fördern“ bei allen Befragtengruppen bestenfalls nur im Mittelfeld“, kommentiert Claudia Conrads, Studienleiterin und Beraterin bei Information Factory.

Fehlende Fachkompetenz: Führung zu weit von Wertschöpfung entfernt

Einig ist man sich auch, dass für schlechte Führung sehr oft mangelnde Fachkompetenz verantwortlich ist, und dass die Führungskraft zu wenig über die Arbeit des Teams weiss. Die Tendenz: Führungskräfte unterstützen ihre Teams immer weniger fachlich. Während knapp 72 % der Mitarbeitenden davon überzeugt sind, dass die Führungskraft sie braucht, um ihre Arbeit erledigen zu können, brauchen umgekehrt nur 23 % ihre Führungskraft: Und nur 29 % der Führungskräfte gehen davon aus, dass ihre Mitarbeitenden ihre Unterstützung benötigen. Conrads sieht diese Entwicklung kritisch: „Der Mehrwert von Führung ist immer auch an den Overheadkosten zu messen. Vielleicht haben die Unternehmen ihre Führung zu sehr vom eigentlichen Leistungsprozess entkoppelt. Wie der Architekt, der Bauwerke entwirft, aber nicht in der Lage ist, die Statik zu beurteilen. Wenn Führungskräfte sich nicht engagieren, mithelfen, vormachen und fachlich austauschen, fehlt ein Spieler auf dem Feld, der den entscheidenden Pass spielen kann. Früher oder später hat so etwas Auswirkungen auf die Führungs- und damit Leistungsfähigkeit einer Organisation“.

Über die Studie

Zur Studie Schweiz führt?! befragte Information Factory zusammen mit jobs.ch und der Fachzeitschrift Persorama rund 2700 Mitarbeitende, Führungskräfte und HR-Fachleute. Die Befragung lief von März 2014 bis Ende Juni 2014 und wurde in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch durchgeführt, rund 94 % der Befragungsteilnehmer kamen aus der deutschsprachigen Schweiz. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie Schweizer Mitarbeitende und HR-Fachleute Führung tatsächlich wahrnehmen und wie Schweizer Führungskräfte sich selbst sehen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • 62 % der Mitarbeitenden in Schweizer Unternehmen haben schon einmal wegen ihrer Führungskraft gekündigt.
  • Führung hat Einfluss: 78 % der Mitarbeitenden sind davon überzeugt, dass ihr(e) Vorgesetzte(r) hohen Einfluss auf ihre Jobzufriedenheit hat.
  • Der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbild bei Führungskräften ist enorm: So glauben z.B. 84 % der Führungskräfte, ihren Mitarbeitenden Rückmeldung zu ihren Leistungen zu geben, aber nur 28 % der Mitarbeitenden nehmen dies wahr.

 

Hier geht es zur ganzen Studie.


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